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In welchem Lebensalter sollte bzw. kann man behandeln?
Der Zeitpunkt für den günstigen Behandlungsbeginn ist individuell verschieden. So sollte bei schweren Kieferanomalien schone eine einleitende Frühbehandlung begonnen werden, wenn die ersten bleibenden Zähne durchbrechen. Andererseits kann man auch beim älteren Menschen noch gut sinnvoll Zähne bewegen (und damit oft länger erhalten)
Wie lange dauert die Behandlung?
Durchschnittlich muss mit 3-4 Jahren Behandlung gerechnet werden. In Einzelfällen können die Zeiten aber auch deutlich überschritten werden (z.B bei schweren Kieferanomalien, auch bei ungenügender Mitarbeit des Patienten).
Mit welchen Mitteln werden Zahnbewegungen durchgeführt?
Ein Zahn bewegt sich dann, wenn über einen längeren Zeitraum eine Kraft auf ihn ausgeübt wird. Kräfte lassen sich durch ein Behanldungsgerät erzeugen, welches landläufig als "Klammer" oder "Spange" bezeichnet wird. Es gibt eine Vielzahl verschiedener Geräte, wobei man grob zwischen herausnehmbaren Spangen und festsitzenden, sogenannten Multibandapparaturen unterscheiden kann. Beide Behandlungsmittelarten haben Vor- und Nachteile sowie ihre festen und zum Teil recht eingeschränkten Anwendungsmöglichkeiten (nicht jede Spange kann alles korrigieren). Die Entscheidung für das eine oder andere Behandlungsgerät kann nicht nach persönlichen Wünschen, sondern nur anhand der durchzuführenden Kieferumformungen getroffen werden, wenn man einen Behandlungserfolg erreichen will.
Herausnehmbare Geräte können von Patienten zum Reinigen, beim Essen und Schwimmen sowie in der Schule herausgenommen werden. Sie zeigen jedoch nut eine sichtbare Wirkung, wenn sie ausreichend lange, d.h. in der Regel 14-16 Stunden am Tag getragen werden. Nächtliches Tragen allein bringt meist nicht den gewünschten Erfolg. Nachteilig für herausnehmbare Klammern wirkt sich aus, dass sie konstruktionsbedingt relativ voluminös sind und damit etwas beim Schlucken und Sprechen behindern. Auch sind die Behandlungsmöglichkeiten recht eingeschränkt, so dass alle bleibenden Zähne durchgebrochen sind, zunächst als einleitendes Behandlungsmittel angewendet werden. Oft muss auch eine als "herausnehmbar" begonnene Behandlung, mit festsitzenden Mitteln fortgesetzt werden. Festsitzende Geräte werden vom Kieferorthopäden für die aktive Behandlungsphase von ca. 15-18 Monaten an den Zähnen befestigt.
Sie können vom Patienten nicht herausgenommen werden, stören allerdings auch keinerlei natürliche Funktionen des Mundes, wie z.B. Essen, Schlucken, Sprechen. Ihr Anwendungsgebiet ist ungleich größer als die eines herausnehmbaren Gerätes. Der festsitzende (bei jedem Patienten individuell verschiedene) Teil der Apparatur wird meist durch vom Patienten zusätzlich einzuhängende und damit herausnehmbaren Hilfmittel, wie Gesichtsbogen oder Gummizüge ergänzt. Nach einer Zeit von mindestens 12 Monaten, in der die Drähte öfter im Mund nachgespannt oder gewechselt werden, ist ein Großteil der Zahnbewegungen erfolgt. Danach wird das Multiband entfernt. Zur Stabilisierung der neuen Zahnstellungen muss jeder Patient noch für mindestens 12 Monate herausnehmbare Spangen tragen. Das festsitzende Gerät führt dazu, dass sich vermehrt Speisereste und gefährlicher Zahnbelag an den Zähnen festsetzt.
Zahnbelag führt zu Karies!
Zahnbelag lässt sich aber durch gründliches Zähneputzen vollständig entfernen. Jedoch dauert die Zahnpflege viel länger und erfordert mehr Geduld als ohne Spange. Bei gründlicher Zahnpflege sind Schäden an den Zähnen durch das festsitzende Gerät nicht möglich.
Wie oft sind die Behandlungstermine?
Im Durchschnitt muss der Patient alle 6-8 Wochen, je nach Behandlungsphase auch in kürzeren oder längeren Zeitabschnitten zur Kontrolle erscheinen. Kann ein Behandlungstermin nicht wahrgenommen werden oder ist er gar versäumt worden, sollte umgehend ein neuer Termin vereinbart werden, um die Behandlung nicht zu verzögern. Zur Vermeidung unnötig langer Wartezeiten wünschen wir uns eine Einhaltung der vereinbarten Behandlungszeiten. Sollte sich schon vor ihrem nächsten Termin eine besondere Situation ergeben, welche den Behandlungsfortgang stört, z.B. das Gerät passt nicht mehr oder es treten Druckstellen auf, so machen Sie bitte baldmöglichst einen neuen Termin aus. An den beiden ersten Besuchen bei uns ist erfahrungsgemäß viel zu besprechen und wir begrüßen es, im Fall von jungen Patienten, wenn ein Elternteil das Kind begleitet. Ermuntern Sie danach Ihr Kind möglichst alleine ins Behandlungszimmer zu kommen. Das Gespräch zwischen Arzt und Eltern währen der Behandlung lenkt von der wichtigen Kommunikation zwischen den kleinen Patienten und dem Arzt ab. Wir müssen immer wieder feststellen, dass Kinder, die allein ins Sprechzimmer kommen, viel "lockerer" und freier über Ihre Probleme und Sorgen reden, welche im Zusammenhang mit Ihrem Behandlungsgeräten auftreten. Zudem wird sich ein Kind, dass allein zum Kieferorthopäden kommt, viel strärker mit seinem Behandlungsgerät auseinandersetzen, weil es ja selbst sein Anliegen vortragen muss.
Noch ein Wort zur Mitarbeit
Eine kieferorthopädische Behandlung wird ohne entsprechende Patientenmitarbeit nicht erfolgreich verlaufen. Mitarbeit bezieht sich sowohl auf das ausreichende Tragen der mitgegebenen Behandlungsgeräte als auch auf die zugegebenermaßen zeitaufwändige, aber peinlichst genau durchzuführende Zahnpflege, insbesondere im Zusammenhang mit der Anwendung festsitzender Apparaturen. Dabei obliegt es der Verantwortung der Eltern dies entsprechend zu überwachen und auch nötigenfalls Hilfen zu geben (z.B. müssen oft bei noch kleineren Kinder die schwer zugänglichen Stellen nachgeputzt werden).
Das wichtige Thema Röntgenaufnahmen
Um mögliche Nebenwirkungen der Röntgenstrahlung gering zu halten, nutzen wir sämtliche Möglichkeiten des Strahlungsschutzes aus. Insbesondere reduzieren wir die Anzahl der Röntgenaufnahmen auf ein unbedingt notwendiges Maß. Jedoch ist es sowohl zur Behandlungslanung, als auch später zur Verfolgung und zum Überdenken des Behandlungsfortgangs unumgänglich Röntgenbilder anzufertigen um nicht den Behandlungserfolg zu gefährden.
Ein Zahn wird lose
Um einen Zahn bewegen zu können, muß er sich mehr bewegen als ein unbehandelter Zahn. Also werden Sie nicht nervös, falls en Zahn etwas locker wird, es ist ganz normal und muss so sein. Wussten Sie, dass alle Zähne in einer Art Hängematte, bestehend aus Fasern, aufgehängt sind und von Natur aus leicht beweglich in Ihrem Knochenbett sind?
Wie lange dauert eine Behandlung?
Sie besteht meistens aus einer Behandlungsphase mit Band-Bogen-Apparatur und einer Einspielphase mit herausnehmbaren Geräten. Es kann auch eine Behandlung mit herausnehmbaren Platten vorangehen. Wenn wir während der Beratung von ihrer Behandlungszeit (ca. 2 Jahre) sprechen, meinen wir nur die Phase mit festsitzenden Behandlungsmitteln (d.h. Band-Bogen-Apparatur). Der Heil- und Kostenplan beinhaltet aber auch eine Vorbehandlung mit Platten und oder die aktive Einspielungszeit mit abnehmbaren Geräten (auch ca. 2 Jahre zusätzlich; das ergibt insgesamt eine Behandlungszeit von ca. 4 Jahren).
Was passiert, wenn die Bänder abgenommen werden?
Die aktive Behandlung ist noch nicht vollständig abgeschlossen, wenn die Bänder entfernt werden. Es folgt eine wichtige Periode der aktiven Einspielung der Okklusion. Das bedeutet, dass die behandelten Zähne aus ihrer überkorrigierten Position in ihre ideale Stellung geführt werden. Zur Unterstützung kann ein zuckerloses Fluor-Kaugummi benutzt werden. Während der aktiven Behandlungszeit wurden die Zähne überkorrigiert, um ihre Tendenz in die Stellung zu Behandlungsbeginn zurückzugehen, auszugleichen. Diese Phase ist ein geplant geführter Rückfall. Vielleicht bemerken Sie gegen Ende der Behandlung, dass die Zähne anscheinend wieder "krumm" werden. Wenn Sie genauer hinschauen, werden Sie wahrscheinlich feststellen, dass die Zähne nun genau in der entgegengesetzten Richtung stehen wie zu Beginn der Behandlung.
Wenn die aktive Einspielphase beendet ist, beginnt die letzte Phase, die Retentionszeit. In dieser Zeit werden die jeweiligen Behandlungstermine immer kürzer und die Intervalle zwischen den Behandlungsterminen immer länger. Nach einigen Monaten muss der Patient nur noch im Abstand von 5 - 10 Monaten, oder noch länger, wiederkommen. Die Beobachtungsperiode dauert so lange, bis die Weisheitszähne durchgebrochen oder entfernt worden sind. Vorher kann die Retention nicht abgeschlossen werden. Je eher ein endgültiger Entschluss zur Extraktion oder Erhaltung gefällt wird, um so besser. Die meisten Weistheitszähne brechen nie ganz durch und es ist besser, sie zu entfernen, bevor sie durchgebrochen sind und sich gekrümmte Wurzeln ausbilden.
Wie sehen Einspielungsgeräte aus?
Normalerweise verwenden wir im Oberkiefer eine herausnehmbare Platte, die am Anfang 16 Stunden pro Tag getragen werden muß, später aber nur bestimmte Zeiten. Im Unterkiefer verwenden wir eine abnehmbares Gerät oder aber auch ein festsitzendes, welches an zwei Zähnen mit Bändern festzementiert wird. Es gibt viele verschiedene Modifikationen von Retentionsgeräten. Diese sind den individuellen Umständen angepasst. Um ein gutes Ergebnis auf die Dauer zu halten, ist auch während der Retentionszeit nötig, ein Headgear und Gummizüge zu tragen und diese langsam abzusetzen.
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